Über seine Zeit sagte F., dessen Name mit dem der »Platonischen Akademie« in Florenz und dem seiner Gönner Cosimo »Il Vecchio« und Lorenzo »Il Magnifico« von Medici untrennbar verbunden ist, daß sie »als ein goldenes Zeitalter die fast schon erloschenen freien Künste, Weisheit und Wissenschaft, zum Licht zurückgeführt, Florenz zum Zentrum gemacht und dort sogar und vor allem die platonische Lehre aus dem Dunkel ins Licht geführt habe«. Florenz galt zu jener Zeit als das »Athen Italiens«; es erlebte im Zeichen von Humanismus und Renaissance eine einzigartige kulturelle, wissenschaftliche, philosophische und architektonische Blüte. Der Medici-Fürst hatte sogar 1438 das Konzil von Ferrara nach Florenz geholt, das angesichts der Türkengefahr den Osten und Westen wieder zusammengeführt und so die größten byzantinischen Gelehrten und Philosophen nach Italien gebracht hatte. Der direkte Kontakt mit den Erben der griechischen Zivilisation hatte eine Welle der Begeisterung entfacht; der Platoniker Giorgos Gemisthos Plethon hinterließ einen solch nachhaltigen Eindruck, daß Cosimo den Gedanken faßte, die antike Tradition der platonischen Akademien im Florenz seiner Zeit Wiederaufleben zu lassen. Zwar hatten zuvor die sog. karolingische Renaissance und auch die des 12.