Die folgende Arbeit befasst sich mit der Analyse einer Auswahl von Texten der argentinischen fantastischen Literatur des 20.Jahrhunderts der Autoren Jorge Luis Borges, Julio Cortázar und Antonio Di Benedetto. Der Fokus liegt dabei auf der Frage, wie darin unterschiedliche Aspekte der relevantesten tierphilosophischen Ansätze des 20.Jahrhunderts thematisch aufgegriffen, dargestellt, unterlaufen oder affirmiert werden. Ausgehend von Derridas kritischer Auseinandersetzung mit dem im Westen seit der Aufklärung vorherrschenden, stark anthropozentrischen und androzentrischen Konzept der Mensch-Tier-Dichotomie, setzt sich die Arbeit auch mit den Thesen Heideggers, Agambens, Deleuze & Guattaris und Emmanuel Levinas‘ auseinander. Ziel ist es, die historische und kulturelle Kontingenz, die starke Interdependenz und die implizite oder explizite ideologische Aufladung der Begriffe ‚Mensch‘ und ‚Tier‘ innerhalb der Texte zu beschreiben, und zu untersuchen, wie die grundlegende ontologische Inkohärenz und zunehmende Fragilität des Prinzips einer absoluten Differenz zwischen Mensch und Tier darin mit literarischen und narrativen Mitteln artikuliert werden.
Revista Bitácora ArquitecturaSamantha Athenas Villalobos Guzmán
Silvia AlfayéJavier Rodríguez-Corral