Jerôme von GebsattelFrank Kelleter
Hauptfigur der mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten und in viele Sprachen übersetzten Komödie, die 1944 in New York uraufgeführt wurde, ist der Endvierziger Elwood P. Dowd, ein wohlhabender und umgänglicher Alkoholiker. Seine optimistische Einstellung gegenüber dem Leben und seinen Mitmenschen verdankt er dem Einfluss eines "Puka", eines der guten Geister aus der keltischen Sagenwelt, der in diesem speziellen Fall in die Gestalt eines mannsgroßen weißen Kaninchens namens Harvey geschlüpft ist. Nur Elwood kann in alkoholisiertem Zustand Harvey sehen, und für ihn ist das Kaninchen ständiger Begleiter und bester Freund zugleich. Um Elwood von seinen Halluzinationen zu heilen, wollen seine Schwester Veta und seine Nichte Myrtle Mae ihn in einem Sanatorium für psychisch Kranke behandeln lassen. Aber der Versuch misslingt, denn allmählich wird nicht nur dem Leiter der Anstalt, dem berühmten Psychiater Dr. Chumley, und dessen Assistenten Dr. Sanderson, sondern auch den beiden Frauen klar, dass Elwood dank seiner harmlosen Illusion besser durchs Leben kommt, als wenn er ohne imaginierten Freund – und ohne Alkohol – die Wirklichkeit meistern müsste. Mehr noch: Veta und sogar Dr. Chumley glauben schließlich, den sagenhaften Harvey selbst gesehen zu haben. Der Kunstgriff der Autorin, die Frage offen zu lassen, ob Harvey wirklich nur ein Hirngespinst ist, trägt viel zur Wirkung der Komödie bei.
Mary Ellen ChaseMaine State Library